Aktuelle Zeit: Fr 19 Okt, 2018 20:41



Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 
 Lehm - besonders schwierig? 
Autor Nachricht
Benutzeravatar

Registriert: Mi 01 Aug, 2007 23:58
Beiträge: 2106
Wohnort: Kempen, NRW
Ich habe heute eine Fährte auf Lehmacker abgesucht.

Beim Abgang treten war mir schon aufgefallen, daß ich keine echte Bodenverletzung verursachen konnte. Stattdessen wurde unter meinen Doppeltritten neben der Fahne der Boden eher wie versiegelt, die Oberfläche also ganz glatt und das Ganze schwankte beim Darauf Rumtreten wie die Oberfläche eines Wasserbettes.

Isetta konnte mit dem Abgang sichtbar GAR NICHTS anfangen - sie versuchte statt dessen sich an der Spur zum Abgang hin einzuriechen. Trotz überdeutlicher Hilfen schien sie den Abgang nicht als Abgang wahrzunehmen. Erst als sie dann auf die ersten Schritte der Fährte selber stieß, war sie in der Lage die Spur aufzunehmen und abzusuchen.

Eigentlich kann ich meine Frage schon selbst beantworten, aber ich war trotzdem erstaunt. Daß Lehmboden sich quasi selbst so versiegeln kann daß keine oder kaum Geruchsinformationen mehr heraus kommen.

Die Fährte selber hatte durch die simplen Tritte, wo man ja nur 1 x in den Boden stößt und die dadurch angerauhte Oberfläche durch wiederholtes Treten nicht selbst wieder versiegelt, anscheinend mehr Geruchsinformationen als der plattgetretene Abgang.

Sehr sehr schwer war es dennoch - auch dadurch daß es eine ihrer ersten echten 3-Stunden-Fährten gewesen sind, aber sie hat sich durchgekämpft und die Fährte auf mehr als 1100 Schritten kein Mal wirklich verloren.

_________________
Gruß Bettina


Di 08 Jan, 2013 23:15
Profil Private Nachricht senden Website besuchen

Registriert: Di 31 Dez, 2002 19:30
Beiträge: 1885
Tja, eigentlich ganz logisch, was Du erlebt hast und somit auch einfach eine Frage des Trainings-Aufbaues - meiner Meinung.
Also an sich ist Lehm ein ganz einfacher Boden, da sehr feucht und damit sehr lebendig, ausser er ist im Sommer extrem lang wirklich durchgeheizt und trocken.
Aber, dass was Du meinst das "versiegeln" ist in dem Fall m.E. kein Problem von Lehm, sondern vielen Böden, denke z.B. an Maisstoppel, der durch die Maschinen verdichtet worden ist usw.
Somit muss der Hund irgendwann in seiner Ausbildung lernen, dass es auch mal am Abgang schon schwierig werden könnte und er da nur wenig bis nichts findet. Und sich dann ein Suchverhalten erarbeiten (dürfen), rund um den Abgang wenigstens Tritte zu finden. Ob das ein komplettes "Einkreisen" sein darf, muss jeder für sich entscheiden. Aber der Hund sollte sich ein Alternativverhalten antrainieren dürfen "wenn ich hier nichts finde, dann suche ich eben einen meter weiter vorne". Identisch zu der Thematik, dass wenn er am Winkel "vorne" nichts mehr findet, irgendwann zurück Richtung HF kommt, denn da wird wohl noch was sein (denn der HF steht immer auf der Spur).
Für mich ist das beschriebene Verhalten Deiner Kleinen einfach nur richtig um im Rahmen des Aufbaues einfach der nächste Schritt. Freu Dich und fördere sie in ihrem Lernverhalten.

VG
juschka

P.S. Im übrigen ist so ein Abgang auch eine "Triebbeständigkeits-Prüfung". Der Hund muss nach so einem Kampf am Abgang erstmal Bock haben überhaupt noch zu suchen ...viele Hunde kapitulieren schon hier...


Mi 09 Jan, 2013 12:39
Profil Private Nachricht senden
Benutzeravatar

Registriert: Mi 01 Aug, 2007 23:58
Beiträge: 2106
Wohnort: Kempen, NRW
Danke Juschka, ich war auch sehr stolz auf sie, sie hat wirklich gekämpft und die Fährte war lang und schwer und auch noch mit Verleitungen gespickt, mit denen sie auch noch ihre Probleme hat.

Das Versiegeln war aber tatsächlich anders als z.B. bei hartem Maisacker - dort bekommt man die Oberfläche am Abgang wenigstens ansatzweise aufgerauht, dieser Lehmabgang dagegen wurde immer glatter von der Oberfläche, je mehr ich versuchte da eine Verletzung reinzubringen. Der ganze Doppeltritt am Abgang schwankte letztendlich auch wie ein Moorboden oder eben wie ein Wasserbett, ist komisch zu beschreiben. Es hatte die letzten Tage hier viel geregnet und die Oberfläche war wie Gummi. In all den Jahren die ich jetzt fährte, habe ich das noch nie so extrem gesehen.

_________________
Gruß Bettina


Mi 09 Jan, 2013 14:19
Profil Private Nachricht senden Website besuchen

Registriert: Di 31 Dez, 2002 19:30
Beiträge: 1885
Hi, ja ich kenne das, das haben wir öfter, aber eben nicht nur bei Lehm.
Durch die Nässe des Bodens wird der nur schmierig und man kommt aber nicht in den Boden rein, von daher tue ich dann bei Hunden die das noch nicht (sicher) kennen oder das erste Mal geniessen, statt zu treten eher zu schlurfen - das schafft manchmal wenigstens ansatzweise etwas für den HF / FL zu sehen - glaube nicht, dass es dem Hund hilft...

Die Königsfrage ist ja nur, ob man einem Hund am Abgang beibringen möchte / sollte, dass er im Zweifel auch mal kreist und auch 2m rausgeht um die Spur zu finden. Bei FH-Hunden sage ich im Zweifel immer ja, bei VPG ist das meistens punktemässig sowas von teuer, dass man echt überlegen muss, ob so ein Hund auch überregional mit so einem Gelände rechnen muss....

VG
juschka


Mi 09 Jan, 2013 20:55
Profil Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Auf das Thema antworten   [ 4 Beiträge ] 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron
Impressum

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Designed by ST Software for PTF.
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de