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 Fährtenhundeausbildung in der Ex-DDR 
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Hallo!

Ich habe damals einen Bericht über das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR im Fernsehen gesehen. Dort zeigte man als eine der Abarten des Überwachungsstaates Einmachgläser mit Tüchern von den überwachten Personen, die angeblich für die Nasen der Dienst-Hunde bestimmt sein sollten.

Weiß jemand genaueres, wie diese Ausbildung ablief, bzw. was die Hunde mit dem Geruch des Tuches verknüpfen und dann tun sollten?

Viele Grüße
Matthias


Do 09 Jan, 2003 13:42
Alpha-Tier
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Registriert: Di 31 Dez, 2002 14:23
Beiträge: 3753
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Hallo Mattias,

ich denke mal, dass "Einmachen" der Tücher war zur Vorsorge.
Wenn eine der überwachten Personen eine Straftat begangen hätte, könnte man direkt mit Hilfe der Tücher einen Hund auf seine Spur ansetzen.

Schau dazu auch mal unter folgendem Link zu den Trailing Dogs:
http://www.mantrailing.com/blh_geruch.html

Falls jemand eine andere Erklärung hat - her damit!

Gruß
Karin + Hera

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Gruss Karin & Feenja
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Do 09 Jan, 2003 17:21
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Karin,

da liegst du falsch! In der DDR gab es Geruchsspuren - Vergleichshunde. Auf der Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und darauf basierter Ausbildung , vor allem in der damaligen Hundeschule Pretsch (heute vom Land Sachsen Anhalt und Thüringen als HF - Schule genutzt) sind diese Hunde als Gerichtsverwertbare Beweise eingesetzt worden.

In der Praxis ist ein Kleidungsstück oder anderer Geruchsträger am Ort einer Straftat gefunden worden, ein Verdächtiger ebenfalls aber keine zwingenden Beweise, so sind die gefundene Probe, eine weiter Geruchsprobe des Verdächtigen und weiter andere Probe in einem neutralen Raum dem Hund zu "beschnuppern" angeboten worden - aufgrund der Ausbildung haben die Hunde identische Gerüche (Tatortprobe und Verdächtigenprobe) angezeigt - und die Handschellen gingen zu.....


mfg mkaker


Mo 15 Nov, 2004 14:49
Alpha-Tier
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Registriert: Di 31 Dez, 2002 14:23
Beiträge: 3753
Wohnort: Wilnsdorf
Stimmt mkaker,

hab mal einen Beitrag darüber im Fernsehen gesehen.

Gruß
Karin + Hera

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Mo 15 Nov, 2004 15:12
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Karin,

und das ganze Wissen und Können ist über Bord geworfen worden.... schade - jetzt werden in Pretzsch Diensthundeführer auf das Furchtbarste durch die Polizeiprüfungen geschleift und das war es.......den laden kannst du heute vergessen....




mfg mkaker


Mo 15 Nov, 2004 15:28
Hallo mkaker,

nach unserer Rechtsordnung ist es nunmal nicht zulässig, die Verurteilung oder den Freispruch eines mutmaßlichen Rechtsbrechers vom Urteil einer Hundenase abhängig zu machen. Es hat lange genug gedauert, bis der genetische Fingerabdruck im Labor als Beweismittel zugelassen wurde.
Die Zulässigkeit von Beweismitteln vor Gericht ist juristisch streng geregelt.
Das mag in der Ex-DDR anders gewesen sein.

Das Zuordnen von Individualgeruch wird im Hundesport übrigens z.B. in der Obedience-Prüfung verlangt.


Grüße
Sabine


Mo 15 Nov, 2004 17:14

Registriert: Di 31 Dez, 2002 19:30
Beiträge: 1885
Hi Sabine,
Zitat:
nach unserer Rechtsordnung ist es nunmal nicht zulässig, die Verurteilung oder den Freispruch eines mutmaßlichen Rechtsbrechers vom Urteil einer Hundenase abhängig zu machen. Es hat lange genug gedauert, bis der genetische Fingerabdruck im Labor als Beweismittel zugelassen wurde.
Die Zulässigkeit von Beweismitteln vor Gericht ist juristisch streng geregelt.


Da liegst Du verkehrt. In Stukenbrook sind Geruchspurenvergleichshunde im Einsatz und liefern gerichtsverwertbare Beweise. Allerdings müssen hier glaube ich zwei Hunde identifizieren und das findet alles in der Schule in einem bestimmten Raum ohne Aussenstörung mit fixierten Röhrchen statt. Und die Hunde sind meines Wissens immer in der Schule, gehen also nicht im normalen Dienst.
tschau Juschka


Mo 15 Nov, 2004 18:10
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Registriert: Do 29 Apr, 2004 11:00
Beiträge: 55
Hallo,

die genauen Zusammenhänge sind mir nicht mehr geläufig, aber meines Wissens sind bei uns in Limburg/Lahn mit Hilfe dieser ausgebildeten Hunde ein Mörder überführt worden.

Ging damals durch die Presse.

Liebe Grüße
Isabel


Mo 15 Nov, 2004 19:37
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Hallo,

meines Wissens gilt der Geruchsspurenvergleich durch Hunde zwar als Indiz, ist aber nicht als alleiniges Beweismittel zugelassen (wie z.B. der genetische Fingerabdruck).

Wurde auch von den Stukenbrookern in einer Fernsehsendung so dargestellt.
Hier der Text:
http://www-x.nzz.ch/format/broadcasts/transcripts_347_540.html

Grüße
Sabine


Mo 15 Nov, 2004 22:49
Sabine,

wie ich weiter oben geschrieben habe war die Beweisführung durch diese Hunde wissenschaftlich abgesichert - Statistik - Fehlerbetrachtung - Leistungstest - und natürlich besondere Haltungsbedingungen - es gab von diesen Hunden sehr sehr wenige - aber die hattes es drauf!

Randbemerkung - Ein Hund kann sich "irren", aber er kann nicht vorsetzlich "lügen" - das ist ein erheblicher Vorteil!



mfg mkaker


Di 16 Nov, 2004 07:41
Hallo zusammen,

wie Sabine es beschreibt ist es richtig. Die Arbeit des Hundes ist vor Gericht ein Indiz und nicht rechtsverwertbarer Beweis. Die Unterschiede sind in unserer Rechtsordnung klar definiert.

Das Verfahren selbst ist sehr anspruchsvoll und benötigt 3 Hunde.

Grüße

Holmes


Mo 28 Aug, 2006 11:12
Hallo zusammen, Mkaker, wer bist Du, warst Du schon mal auf der DHF-Schule im Pretzsch ? Anscheinend Ja, dann maile mir mal. Bild

Ansonsten....glücklicherweise hat die Stasi damals Forschung mit Geruch betrieben, sodass man heute in Thüringen und Sachsen Anhalt im Bereich Man-Trailing und Fährtenhunde auf einem sehr guten Leistungsstand der Ausbildung als auch der vorhandenen Diensthunde zurückgreifen kann.
Ohne gegen meine Schweigepflicht zu verstoßen,, kann ich sagen, dass die Polizei Thüringen Diensthunde ausgebildet hat, welche nach Sicherung einer Geruchsspur von Vermißten oder Straftätern selbige im Zeitraum von 30 Minuten bis zu 12 Stunden alte Fährten, auch in der Ortschaft, ausdifferenzieren und suchen. Bild Bild Bild Bild
18 Jahre nach der Wende hat man es noch nicht geschafft (oder gewollt), den Westteil der Republik davon zu überzeugen, dass ein Hund auf Beton suchen kann. Bild
Gut, dass man endlich langsam glaubt, dass ein Mantrailer (Bloodhound) welche ebenfalls ausgebildet werden in der Stadt sucht.
Die Fährtenausbildung in Pretzsch sucht glaube ich deutschlandweit seinesgleichen. Es ist sicher ein schwerer Weg der Ausbildung aber in angemessener Zeit zu bewältigen.
Es ist ein gutes Gefühl, mit solchen Hunden Vermißte Personen aufzufinden wo sonst Hundertschaften Wälder durchkämmen.
Es macht Spaß, wenn der Hund nach einem Einbruch z.B. weggeworfene Gegenstände findet........... Bild Bild


Di 30 Jan, 2007 06:26

Registriert: Do 22 Jul, 2004 22:31
Beiträge: 30
Zitat:
18 Jahre nach der Wende hat man es noch nicht geschafft (oder gewollt), den Westteil der Republik davon zu überzeugen, dass ein Hund auf Beton suchen kann.
Gut, dass man endlich langsam glaubt, dass ein Mantrailer (Bloodhound) welche ebenfalls ausgebildet werden in der Stadt sucht.
Die Fährtenausbildung in Pretzsch sucht glaube ich deutschlandweit seinesgleichen. Es ist sicher ein schwerer Weg der Ausbildung aber in angemessener Zeit zu bewältigen.


das ist in der form nicht korrekt.
das mantrailing wird auch im westen von deutschland schon länger betrieben- wenn es auch erst jetzt "boomt" und an die öffentlichkeit kommt.
auch andere bundesländer haben schon diensthundeprojekte erfolgreich laufen und in der rettungshundearbeit hat es schon vor mehr als 10 jahren einzug gehalten.

mantrailing ist insgesamt nicht neu. bis most mit seiner theorie durchgesetzt hat, dass hund der bodenverletzung folgt (obwohl es zu der zeit auch genügend leute gab, die zu dem zeitpunkt erkannt hatten, das es von der ausbildung des hundes abhängt, welcher spur er nun letztendlich folgt) wurde in deutschland fleißig "getrailt".

http://www.nasenarbeit.de/html/geschichte_der_personensuche.html

grüße
susanne


Di 30 Jan, 2007 09:25
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