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 Biologische und chemische Vorgänge ... 
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Hallo,

Ich schreibe auch mal wieder Bild
Ich wusste nicht so wirklich, wo genau ich diesen Thread reinpacken sollte.. hab ihn jetzt einfach mal hier hin geposted. Bild

Also meine Frage ist ein wenig tiefgründig...
Also ein Bekannte von mir muss eine Facharbeit im Fach Biologie schreiben und möchte diese gerne übers Fährten schreiben, wobei er sich auf die biologischen und chemischen Vorgänge konzentrieren möchte, die ablaufen, wenn man die Fährte legt. Also was genau welche Bakterien usw. machen. Gut wären auch einige chemische Vorgänge. In den bisherigen Links und Büchern, die wir uns angeguckt haben steht eigentlich immer nur grob was dort passiert...

Kennt jemand von euch vielleicht einen Link oder ein Buch, in dem mehr zu diesem Thema steht als in anderen Büchern und Links?

Schon mal danke
tschüüüüß


Mo 05 Nov, 2007 15:26
Alpha-Tier
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Registriert: Di 31 Dez, 2002 14:23
Beiträge: 3753
Wohnort: Wilnsdorf
Das Buch

HUND - Geruch und Fährte
http://faehrtenhundforum.de/viewtopic.php?t=695

ist genau das richtige für Euch.

Ich weiß nur nicht, ob man es noch bestellen kann.
Anruf beim Autor genügt.
Ansonsten bei ebay gucken.

Gruss
Karin + Hera

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Gruss Karin & Feenja
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Mo 05 Nov, 2007 16:08
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Registriert: Di 31 Dez, 2002 19:30
Beiträge: 1885
Es gibt bisher nicht viel zu dem Thema.
Auch in dem von Karin zitierten Buch sind viele Grundlagen erklärt, aber eben auch nur mit Beispielen. Also z.B:
"Bakterium A lebt am besten bei 20°C...." oder eben die Übersichtsskizze wie lange sich welche Gerüche auf der Fährte halten
Das gefährliche dabei ist, dass es eben tausend Arten an Bakterien usw. gibt die ihre optimales Wachstum bei jeweils anderen Temperaturen haben und das kann eben grob zwischen 5 und 35°C (mit Extremen nach oben und unten) sein...und leider übernehmen viele aus den Angaben aus dem Buch, dass nahe am Nullpunkt kein Leben mehr ist (was ja nachweislich falsch ist) und daher das Fährten an sich schwer...

Ich würde mich weg von Hunde- und Ausbildungsbüchern machen zu allg. biologischen Büchern z.B. die den Abbau im Herbst beschreiben, Kompost usw. und dann schauen welche Vorgänge genauso ablaufen wenn sie durch das Fährtenlegen provoziert werden (was anderes ist es nämlich nicht).
Genauso würde ich schauen ob es landwirtschaftliche Abhandlungen gibt über die verschiedenen Bodenarten und schauen welche Bakterien und in welcher Menge dort im allg. angegeben sind. Dazu Besonderheiten zu ph-Wert des Bodens usw. Und daraus dann eben auf Reaktionen auf das Fährtenlegen schliessen und das mit der "Erfahrung" abgleichen.
Im allg. wird ja beim Fährten davon gesprochen, dass Lehmboden schwer ist (wieso eigentlich?), sauere Wiesen auch usw.

Ein spannendes Thema mit dem sich viel zu wenige beschäftigen!
Viel Spass und tschau juschka


Mo 05 Nov, 2007 16:18
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Registriert: Mi 11 Aug, 2004 07:10
Beiträge: 593
Wohnort: Schweiz
Hallo
bin selber Biologin und habe mich mit Geruchsbildern beschäftigt - nicht nur beim Fährten.
Es ist was sehr komplexes was man nicht nur an ein paar Bakterien+Oxidationen etc festmachen kann - wie Juschka auch schon beschrieben hat.
Wir wollen alle "den Hauptgeruch" beim Fährten wissen, der von Untergrund zu Untergrund verschieden ist aber auch gleiches hat.
Leider können Messinstrumente - die man teils schon entwickelt hat, teils noch am entwickeln ist (Forensik) - nicht im mindesten uns eine Idee geben wie ein Geruchsbild aussieht:
Boden, Bodenverdichtung, Bakterien (sehr unterschiedlich je nach Boden Düngung Bewuchs etc!!!), Pilze, Pflanzen, Schuhmaterial, Individualduft etc
Jeder der Punkte besteht aus vielen tausend "Geruchsmoleküle" die sich im Laufe der Zeit, Temperatur verändern, und deren "individuelles Mischungsverhältnis" dem Hund Informationen geben (hierzu Individualgeruch Mensch kann anscheinden simuliert /abstrahiert werden durch Mischung in bestimmten verhältnis von drei Säuren...).

M.M. nach ist die Forschung was Geruchsbilder / Riechen etc angeht nur in den Kinderschuhen, weil es keine Messinstrumente gibt.
Einzelen Molekuüle etc Buttersäure oder wie bei Drogenhunden etc können in phantastisch tiefen Konzentrationen, welches kein Messinstrument bisher in der Lage ist zu messen, angezeigt werden.

Sorry, alles was da in einschlägiger Literatur steht sind meist Vermutungen.
Suche über Schlüsselwörtern in speziellen Suchmaschinen und Literatur z.b. in Animal Behaviour Forensic Science könnte Deinen Kollegen weiterhelfen. Die ausbeute ist und wird eher unbefriedigend sein.

Gruss
Nicole

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Nicole & Paros im Herzen & Puschka & Borak


Mo 05 Nov, 2007 16:55
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Danke für eure Tipps !!! Bild

Ich werde auf jeden Fall versuchen, dass Buch zu bestellen... (kann ja nicht schaden und ist auch so bestimmt interessant)

@ Nicole
Vor allem dir danke(n) ich (wir)!
Ich sitze hier gerade mit meinem Freund (FLorian) am Computer und er meint, dass er sich auf EINEN Boden konzentrieren möchte z.B. nur Wiese und dann auch nicht alle Vorgänge beachten möchte, sondern z.B. nur auf den Vorgang, wo diese Pflanzensäfte zersetzt werden.
Ich weiß nicht, ob du vielleicht irgendeine Quelle kennst (muss ja nicht unbedingt ein Fährtenbuch sein), in der etwas über die Bakterien, Pilze oder was auch immer (noch sind wir nicht sooo gut informiert Bild ) steht, welche diese Säfte oder Bestandteile zersetzten.
Und das mit dem Imitieren von dem menschlichen Geruch hört sich auch interessant an... hast du dafür vielleicht auch eine Quelle?
Ich habe jetzt auch irgendwie Lust bekommen, mehr über dieses Thema zu erfahren, da ich persönlich finde, dass es nicht unnütz ist zu wissen, warum unsere Hunde einer Fährte folgen können Bild
Das ist nähmlich ehrlich ein interessantes Thema Bild
mfG
Martin und Florian


Mo 05 Nov, 2007 19:20

Registriert: Di 31 Dez, 2002 19:30
Beiträge: 1885
Was mir damals viel weitergeholfen hat zum Verständnis ist der gute alte Most...er hat einige Versuche zur Identifizierung von Gegenständen und Fährten geschrieben und mit Diensthunden durchgeführt.
Hat zwar nicht direkt was mit der Fährte an sich zu tun, beschreibt aber noch derzeitige Ungenauigkeit der Beschreibung was sich da genau tut...und es ist nach wie vor (leider) hochaktuell.
tschau juschka


Mo 05 Nov, 2007 21:47
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Registriert: Mi 11 Aug, 2004 07:10
Beiträge: 593
Wohnort: Schweiz
Hallo Florian
die besten Untersuchungen so wie Juschka schon schreibt sind eben NICHT im Fährtenbereich gelaufen sondern bei Drogen, Sprengstoff hunden, Brandmittelbeschleunigerhunden und ganz besonders bei der Täteridentifizierung modell DDR.---> Forensik. Hier sind i.A. die zu identifizierenden Geruchsmoleküle bekannt und definiert und können in grösseren Konz mittels anderen Verfahren nachgewiesen werden (Validierung des Versuchs). Hier könntet ihr gute Auskunft plus Literatur bei einer gut ausgestatteten Hundestaffel der Grenze / Polizei bekommen.
Bei "forensischem Einsatz der Hundenase" hat's auch mehr fundierte Literatur, wenn auch nicht bis ins letzte Detail klar bewiesen. Ein Boden ist zu umfassend alleine nur die Mikroorganismenkulturen sind ein Fall für sich.
Zersetzung vonn Pflanzenteilen, Gärung etc kann man alles nachlesen unter entsprechenden Kapiteln in Pflanzenphysiologiebüchern aber es ist nicht anhand von Geruchsbildern festgemacht.Wenn du duch ein Kohlfeld gehst, wirst Du von alleine die Fährte riechen, der Hund riecht das auch, aber er wurde ja nicht (nur) auf diesem Boden ausgebildet - er wird diesen Geruch ignorieren und nur das herausfiltern was er kennt und dem rennt er nach.
Es würde auch Sinn machen die "Geruchsmoleküle" zu klassifizieren: leicht flüchtig, oxidierend, etc und dann nur mit Beispielen zu arbeiten.

Die Quelle mit dem Menschlichen Geruch muss ich suchen - kannst Pech haben bin nämlich gerade umgezogen und habe mich von Belast befreit Bild
Ich schau mal nach...
Hier ein Beispiel: Olfactory recognition by dogs of mixes of three higher fatty acids on their quantitative contents.

Sulimov, K. T.; Starovoitov, V. I.; Moiseeva, T. F.; Poletaeva, I. I.; Zinkevich, E. P.
JOURNAL NAME- Sensornye Sistemy
VOL. 9
NO. 2-3
1995
PP. 43-49
ISSN- 0235-0092
AUTHOR AFFILIATION- Criminol. Cent., Russ. Minist. Intern. Aff., Moscow, Russia
LITERARY INDICATOR(S)- RESEARCH ARTICLE
PRINT PRODUCT NUMBER- Biological Abstracts Vol. 101 Iss. 002 Ref. 029322
LANGUAGE- Russian
It is experimentally established, that dogs, specially trained on recognition of human individual odors, without additional training memorize the mixes of oleic, palmitic and stearic acids on different quantitative contents. The absolute quantity of acids in discriminated samples contains from 1 times 10-12 mg to 4 times 10-12 mg each, and difference in contents of the one can be about 6.7% and 3.3%. It is assumed, that specific olfactory receptors of higher fatty acids participate in individual human recognition by dogs on odor. Probably the mechanism of recognition of mixes of chemical compounds by dog olfactory system represents the variant of pattern recognition, including joining up and summations of informative signs.

DESCRIPTOR(S)- *HUMAN ODOR; *OLEIC ACID; *OLFACTORY RECEPTOR; *PALMITIC ACID; *PATTERN RECOGNITION; *STEARIC ACID

Beispiel 2
OLFACTORY PREFERENCES IN DOGS THE RESPONSE OF MALE AND FEMALE BEAGLES TO CONSPECIFIC URINE
DUNBAR, I. F.
ABBREVIATED JOURNAL TITLE- BIOL BEHAV
VOL. 3
NO. 4
1978; (RECD. 1979)
273-286 page(s)
CODEN- BIBED
AUTHOR AFFILIATION- DEP. PSYCHOL., UNIV. CALIF., BERKELEY, CALIF. 94720, USA.
SUBFILE- BA (Biological Abstracts)
LANGUAGE- English
NO-ABSTRACT
DESCRIPTOR(S)- *BENZOATE; *CHEWING; *ESTRADIOL; *ESTRUS; *FERTILITY-DRUG; *HORMONE-DRUG; *LICKING; *SNIFFING; *URINATION

Beispiel 3
DETERMINATION OF THE DIRECTION OF QUARRY MOVEMENT BY EXPERIENCED TRACKING DOGS
BRISBIN, I. L.,JR; MORRISSON, W. H.,III

ABBREVIATED JOURNAL TITLE- ASB (ASSOC SOUTHEAST BIOL) BULL
VOL. 25
NO. 2
1978
55 page(s)
CODEN- BABIA
LITERARY INDICATOR(S)- ABSTRACT
SUBFILE- BR (Biological Abstracts)

NO-ABSTRACT

DESCRIPTOR(S)- *HUMAN

Beispiel 4
33. Olfactory discrimination of individual human odors using experienced tracking police work dogs (Canis familiaris)
CPI 22-02 3043082 94012177 NDN- 107-0254-2964-9
Toner, B. S.; Miller, D. I.
AUTHOR AFFILIATION- Northern Michigan Univ.
CONFERENCE DATE- 24-30 Jul 1993
CONFERENCE TITLE- 30th Annual Meeting of the Animal Behavior Society
CONFERENCE LOCATION- Davis, CA (USA)
ISSUE OF ORIGINATION- V22N02
LANGUAGE- ENGLISH

NO-ABSTRACT

DESCRIPTOR(S)- ANIMAL AND PLANT SCIENCE

Davon hatte ich ein paar hundert, leider nur noch ein paar Fragmente übrig - gib mal per PN Deine Email dann sende ich was ich noch hab-vor 5 Wochen wäre es noch vollständig gewesen...

Was der Hund in seinem Hirn aus den Informationen macht ist nochmals ein ganz anderes Thema, und zudem etwas besser erforscht - da hat's in allen Fährtenbüchern weiterführende Literatur.

Gruss
Nicole

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Zuletzt geändert von happynic am Mo 05 Nov, 2007 23:00, insgesamt 1-mal geändert.



Mo 05 Nov, 2007 22:51
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